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Stress

Stress-Diagnostik und Stress-Verminderung
ist eine Form der Medizin im umfassenden Sinn.

Hans Selye, ein ungarischer Arzt, konnte überzeugend nachweisen, dass Stress einen negativen Effekt auf den Körper und seine Physiologie hat:

Stress erzeugt zunächst eine Alarmreaktion, was beim Patienten Symptome auslöst. Wenn dieser Stress aber zum Dauerstress wird, dann geht der Körper in den Adaptionsmodus und der Körper wird wieder frei von Symptomen.

Die Krankheit schreitet voran in dem Maße, in dem die Symptome abnehmen!

Das Fehlen von Symptomen ist also kein Zeichen von Gesundheit!!!
Daher ist auch reine Symptombehandlung kein Weg, um Gesundheit herzustellen.

Die weit verbreitete reine Symptombehandlung macht den Patienten nicht gesund!

Stress kann vielfältiger Natur sein. Nicht nur psychisch-mentale Faktoren bewirken ihn. Genauso Vergiftungen über Nahrung, Putzmittel und andere Umweltfaktoren, Defizite an Mineralien, Vitaminen etc., Pathogene, Allergene, Erbanlage und so weiter...

Heutzutage leidet praktisch jeder Europäer, der nicht auf Almen lebt, an Mangel an Mineralien und Sauerstoff! Und Sauerstoff ist enorm wichtig für die Leistungsfähigkeit des Gehirns...

Die meisten Menschen sind gewohnt, Krankheiten als isolierte Einheiten zu betrachten und übersehen, dass sie nur Symptome darstellen und auf Dauerstress verweisen.

Von Nöten ist daher in allen Fällen eine Stressminderung, eine Sichtweise, die auch den Lebensstil mit einbezieht. Denn der Lebensstil erzeugt u.a. den Dauerstress. Punktueller Stress kann dem gegenüber aktivierend sein und zu Höchstleistung anspornen - so lange er nicht verhindert, dass die Psyche und der Körper wieder in die Ruhephase kommen.

Eine ganzheitliche Behandlung muss in der Lage sein, Stressfaktoren orten und lokalisieren zu können (Diagnostik) und dann genau diese tiefsten Ursachen aufzulösen, die den Stress erzeugen!

Paradoxerweise - zumindest auf den ersten Blick - führt oftmals die Behandlung von den tiefer liegenden Ursachen zunächst zu einer Erstverschlimmerung. Denn der Körper, die Psyche oder auch die Seele wacht auf, beginnt wieder zu reagieren. Man könnte sagen, dass der Mensch aus der Anpassungshaltung, in der er sich an alle möglichen Belastungen gewöhnt hat und still hält und sie aushält, wieder erkennt, dass diese Belastungen für ihn nicht gut sind und er - auf welcher Ebene auch immer - zu reagieren beginnt.

In der erfolgreichen Therapie holt das Gesamtsystem Mensch entscheidende Belastungen aus dem chronischen Bereich (und an wie viel Dauerstress haben wir uns gewöhnt!) wieder in den akuten Bereich: das nennen wir Erstverschlimmerung!

 

Es gibt aber noch eine Steigerung!

kreisFühren wir uns vor Augen: Wirkt Stress auf den Menschen ein, dann reagiert er darauf mit Unwohlsein, Symptomen, emotionalen Ausschlägen etc. Hier befinden wir uns in der akuten oder reaktiven Phase. Dieser Stress kann aber auch so intensiv sein, dass wir von einem Trauma sprechen. Vermeidungsverhalten und Abkapselung seiner Auswirkungen sind unmittelbare Folgen. Dieser Stress kann aber auch gemäßigt aber dauerhaft sein. Die permanente Belastung führt schliesslich zu Anpassung und Gewöhnung. Die Folge ist, dass die Alarmsignale des Körpers verstummen (Symptome verschwinden), psychisch und mental versucht sich der Mensch „einzureden", dies sei normal. - Das fatale dabei ist, dass fast nur die Umwelt wahrnimmt, dass dieser Mensch immer mehr aus dem Gleichgewicht gerät, z. B. sein Verhalten sich ändert inklusive der Physiognomie. Ja, das spontane Lächeln auf dem Gesicht verschwindet. Das Gesicht wird ausdruckslos oder verhärmt, die Geduld geringer und die aggressive Reaktionsbereitschaft steigt. Wesensveränderung!

Führen falsche Wertvorstellungen oder eine zunehmende Sinnleere zu einer zusätzlichen inneren Spannung, dann geht es aus der Adaptionsphase sehr schnell in die Erschöpfungsphase oder letale Phase: Burnout ist z.B. ein Modebegriff, der den beruflichen bzw. den sozialen „Tod" illustriert. Abgesehen von den körperlichen Symptomen, die allerdings nur eine zweitrangige Auswirkung darstellen und dennoch den Grund liefern, warum jemand krankgeschrieben werden kann...

Falsch verstandene Wertvorstellungen, Durchhalteparolen und die sich dazu parallel entwickelnde Sinn-Krise bis hin zur Sinn-Leere führen zur Degeneration auf allen Ebenen, an deren Ende der Tod steht. Zunächst im Bereich der engsten Beziehungen, dann sozial und schliesslich körperlich. Wofür lohnt es sich denn noch zu leben?

All diese Entwicklungen können, solange keine Dauerschäden entstanden sind, rückgängig gemacht werden. Mit einer sehr wesentlichen Einschränkung: das Stichwort heißt sekundärer Krankheitsgewinn oder der heimliche Vorteil aus der Krankheit.

Führt eine psychische oder körperliche Krankheit zu emotionalen, sozialen oder finanziellen Vorteilen, dann muss man es mit einem gewaltigen Gegner des Heilungsprozesses aufnehmen. Mut ist hier angesagt, die falschen Werte zugunsten der zu gewinnenden Lebendigkeit loszulassen!!!

StressindikatorBalken

Alarmphase oder akute Phase (signalisiert Gesundheit) - Adaptionsphase (der Mensch ist dabei, sich selbst zu verlieren) - letale Phase (nach und nach sterben unterschiedliche Aspekte im Menschen ab, bis hin zum physischen Tod)

Heilung ist der umgekehrte Prozess, der aber nicht immer angenehm ist. Sie kennen es aus einer Alltagserfahrung: Wenn ein Körperteil eingeschlafen ist, wäre es das angenehmste, er bliebe unfühlbar. Dennoch kann das unabdingbare, manchmal extreme Kribbeln als Wiederkehr der Lebendigkeit gesehen werden. Also ist die Erstverschlimmerung herzlich willkommen.